Schwarze Schraubenoberflächen werden vor allem aus funktionalen und optischen Gründen eingesetzt. Je nach Grundwerkstoff kommen dabei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, die sich in ihrer chemischen Wirkungsweise unterscheiden.

Schwarze Oberflächen auf Stahl: Brünieren

Beim Brünieren von Stahl wird die Oberfläche in einem heißen, alkalischen Bad gezielt in eine dünne Schicht aus schwarzem Eisenoxid (Magnetit, Fe₃O₄) umgewandelt. Diese Schicht ist fest mit dem Grundmaterial verbunden und verändert die Abmessungen des Bauteils praktisch nicht.

Der Korrosionsschutz ist jedoch nur gering und wird in der Praxis meist durch eine nachfolgende Öl- oder Wachskonservierung unterstützt.

Schwarze Oberflächen auf Edelstahl: Chemisches Schwarzfärben

Edelstahl kann nicht brüniert werden, da seine Legierungsbestandteile eine klassische Oxidumwandlung verhindern. Stattdessen kommt ein chemisches Schwarzfärbeverfahren zum Einsatz, bei dem die bestehende Passivschicht des Edelstahls chemisch modifiziert und dunkel eingefärbt wird.

Auch hier entsteht eine sehr dünne, maßneutrale Schicht mit überwiegend optischer Wirkung und nur begrenztem Korrosionsschutz.

Warum schwarze Schrauben?

-reduzierte Lichtreflexion

-dezente, hochwertige Optik

-geeignet für Innenanwendungen mit geringen Korrosionsanforderungen

-bevorzugt eingesetzt im Möbelbau, Apparate- und Maschinenbau

Wichtiger Hinweis

Die beim Brünieren oder chemischen Schwarzfärben entstehenden Schichten sind extrem dünn und haben keinen messbaren Einfluss auf Gewindegeometrie oder Passgenauigkeit. Für Anwendungen mit erhöhter Korrosionsbelastung sind zusätzliche Schutzmaßnahmen oder alternative Beschichtungen erforderlich.